Habiton-Mikro-Camper fährt winzig und bläst auf dem Campingplatz mit aufblasbarem Dach auf

Viele Jahre war Bürstner vor allem für mittelgroße Angebote im Bereich der Reisemobile bekannt, zum Beispiel Campingbusse der Klasse C, Vans der Klasse Bs sowie große, jedoch nicht riesige Wohnwagen. Mit der jüngsten Einführung des Mini-Campingbusses Copa (und dessen 4×4-Version) folgte das Unternehmen dem Trend hin zu kompakteren, vielseitigeren Camping-MPVs. Unter dem Motto „Klein Reisen, Groß Leben“ setzt es diesen Weg auf dem diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf fort. Das Habiton-Konzept verkörpert dieses Motto perfekt, indem es als kleiner, effizienter Renault Kangoo mit flachem Dach auf die Straße kommt und per Fernbedienung in ein Familien-Camp umgewandelt wird.

Bei der ersten Betrachtung des Habiton gingen wir davon aus, dass das Konzept auf einem einfachen aufblasbaren Dachzelt basiert, vielleicht von der österreichischen Firma GentleTent. Teils richtig geraten. Das aufblasbare Zelt wurde zwar in Zusammenarbeit mit GentleTent entwickelt, ist jedoch nicht einfach nur ein auf dem Dach montiertes Zelt. Es ist in eine harte Dachplatte integriert, was einen weiteren aufblasbaren Ansatz für das Klappschlafdach ermöglicht, der in eine fast genauso niedrige und glatte Form wie das Standarddach des Kangoo zusammenfällt. Dadurch wird der Luftwiderstand, der mit einem klobigen Dachzelt auf einem Dachträger einhergeht, reduziert und gleichzeitig eine Fahrzeughöhe von unter 2 Metern gewährleistet, die ein problemloses Einfahren in Parkhäuser ermöglicht.

Das Habiton basiert auf einem Renault Kangoo
Das Habiton basiert auf einem Renault Kangoo

Bürstner/Erwin Hymer Group

Die Integration in das Fahrzeugdach sorgt nicht nur für eine ruhigere Fahrt, sie fügt dem aufblasbaren Zelt auch eine harte Wand hinzu, die sich bei windigem Wetter als nützlich erweisen kann. Diese harte Dach/Wand beinhaltet ein großes Fenster, um den Panoramablick und das natürliche Licht des Zeltes nicht zu beeinträchtigen.

Bürstner integriert sogar ein großes Fenster in sein Hardtop, um einen ungehinderten Rundumblick zu gewährleisten
Bürstner integriert sogar ein großes Fenster in sein Hardtop, um einen ungehinderten Rundumblick zu gewährleisten

Bürstner/Erwin Hymer Group

Obwohl das Zelt nicht ganz so schnell aufgebaut ist, wie es die „Fernbedienung“ suggeriert – im Video von Bürstner sieht man, wie der Fahrer das Dach manuell öffnen und die Luftpumpe anschließen muss, bevor er die Aufblas-Taste betätigt – ermöglicht es dennoch einen relativ unkomplizierten, mühelosen Aufbau. Der komplette Camper ist in geschätzten 15 Minuten einsatzbereit. Der wirkliche Vorteil liegt jedoch darin, dass das aufblasbare Zelt über die Seite des Vans hinausragt und somit mehr Platz bietet als ein traditionelles Klappschlafdach, das innerhalb der Dachbreite bleibt.

Der Rest des Campingpakets des Habiton besteht aus Camper-in-a-Box-Modulen, die im Heckbereich installiert sind. Diese mit Filz bespannten Module, die etwas eleganter und stylischer als die meisten sind, bieten die ausziehbare Heckküche mit Spüle, Induktionskochfeld, Kühlschrank und Schubladen. Über und hinter diesen Modulen sorgt eine aufklappbare Schlafplattform, die mit einer aufblasbaren Matratze ausgestattet ist, für zwei zusätzliche Schlafplätze im Kangoo.

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