Dienstschiff für elektrische Offshore-Windfarmen kann von einer Turbine aufgeladen werden

Der niederländische Schiffsbauer Damen hat eine vollelektrische Version seines 70 Meter langen Hybrid-Service-Schiffs bekannt gegeben, das entwickelt wurde, um Offshore-Windparkoperationen zu unterstützen. Dabei zielt das Unternehmen darauf ab, die Batterien direkt von einer Windturbine aufzuladen.

Immer häufiger sind Gruppen von riesigen Turbinen, die Windenergie ernten, vor Küstenlinien weltweit zu sehen. Die Schiffe, die für die Wartung der Turbinen eingesetzt werden, sind jedoch nicht so sauber und umweltfreundlich, wie sie sein könnten. Hier kommt die SOV 7017 E ins Spiel.

Derzeit bietet Damen vier Service-Betriebsschiffe an, die von 60 bis 88 Meter Länge (196,8 – 288,7 Fuß) reichen und jeweils 44 bis 120 Personen unterbringen können – alle werden mit hybriden Diesel/Batterie-Antriebssystemen betrieben und verfügen über vier Azimutantriebe.

Auf dem neuen, 70,1 Meter (229,9 Fuß) langen Elektroschiff befinden sich auch zwei HVO/Dieselgeneratoren, die jedoch für Notfälle oder als Backup dienen. Die 7017 E ist mit einem 15-MWh-Lithium-Eisenphosphat-(LiFePO4) Batteriesystem für voraussichtlich 98% der ganztägigen Vollstrom-Operationen oder einer 10-MWh-Batteriebank für 75% elektrische Operationen erhältlich. Das Antriebssystem besteht aus vier 900-kW Azimutantrieben in einem doppelseitigen Arrangement. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 12 Knoten.

Das Offshore-Ladekabel und der -Stecker wurden in den bewegungskompensierten Gangway des Schiffes integriert
Das Offshore-Ladekabel und der -Stecker wurden in den bewegungskompensierten Gangway des Schiffes integriert

Damen

Damen hat sich mit MJR Power & Automation aus Großbritannien zusammengetan, um eine neuartige Offshore-Ladelösung zu entwickeln. Dabei wird der bewegungskompensierte Gangway des Schiffs genutzt, um die Lücke zwischen dem Schiff und einer Windturbine oder einer Offshore-Umspannstation zu überbrücken und die Batteriebank über einen 4-MW/11-kV-Stecker auf See aufzuladen, während die 7017 E im energiesparenden Modus ist.

Das Unternehmen schätzt, dass eine einzelne Turbine die Batterie des Schiffs in wenigen Stunden vollständig aufladen könnte. Windturbinen und Offshore-Umspannstationen müssen natürlich Offshore-Ladestationen installiert haben, aber die vorhandene Offshore-Infrastruktur kann genutzt werden. Der Gangway wird vom Steuerhaus aus gesteuert, und das Einstecken und Ausstecken erfolgen „ohne manuelle Intervention“. MJR arbeitet derzeit an einer 8-MW Offshore-Ladelösung, um größere Schiffe in Damen’s Flotte vollständig elektrisch zu betreiben.

Das Schiff kann mit 60 Kabinen mit WLAN und Zugang zu Video-on-Demand-Diensten konfiguriert werden und bietet Platz für bis zu 40 Techniker plus Besatzung sowie Stauraum, Werkstätten, ein Restaurant, ein Fitnessstudio und einen Spielraum.

„Die Produkteinführung der SOV 7017 E zeigt, dass die Technologie zur vollständigen Elektrifizierung von Offshore-Operationen vorhanden ist“, sagte Mark Couwenberg von Damen. „Die Reduzierung der Betriebskosten durch die direkte Energiegewinnung aus dem Offshore-Windpark deutet auf ein Geschäftsmodell für dieses Modell hin. Wir können das allerdings nicht alleine schaffen. Um dies zu verwirklichen, bedarf es einer Zusammenarbeit in der gesamten Kette, bei dem Schiffsbauer, Schiffsbetreiber und Windparkentwickler gemeinsam auf einen gegenseitigen Nutzen hinarbeiten. Wir freuen uns darauf, an solchen Kooperationen teilzunehmen, während wir dieses Konzept vorantreiben. Gemeinsam können wir unsere Offshore-Energieproduktion nachhaltiger gestalten.“

Quelle: Damen via Electrek

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